Die Rohölpreise haben seit Wochenbeginn deutlich zugelegt. Nachdem sich die Märkte zuletzt etwas beruhigt hatten, sorgte die erneute Eskalation des Konflikts zwischen den USA und Iran für einen kräftigen Preisanstieg. Brent-Rohöl verteuerte sich am Dienstag um mehr als vier US-Dollar je Barrel und erreichte den höchsten Stand seit rund fünf Wochen. Auch am Mittwoch setzte sich die Aufwärtsbewegung zunächst fort.
Auslöser sind neue US-Luftangriffe auf iranische Ziele sowie iranische Raketen- und Drohnenangriffe auf US-Stützpunkte und verbündete Staaten in der Region. Die Hoffnung auf eine rasche Entspannung der Lage hat damit einen weiteren Dämpfer erhalten.
Besonders aufmerksam verfolgen die Märkte die Entwicklung an der Straße von Hormus. Iran hat angekündigt, den Schiffsverkehr weiter einzuschränken. Nach vorläufigen Daten des Analysehauses Kpler passierten am Dienstag lediglich vier Handelsschiffe die Meerenge, deutlich weniger als im Durchschnitt der vergangenen Tage.
Gleichzeitig zeigt sich die Versorgungslage nicht eindeutig. Noch am Montag wurden Berichten zufolge rund 17 Millionen Barrel Rohöl durch die Straße von Hormus transportiert. Dies deutet darauf hin, dass sich die tatsächlichen Ölströme zeitweise erholen können. Die Märkte stehen damit vor einem widersprüchlichen Bild: Einerseits fließt weiterhin Öl durch die Region, andererseits erhöht die militärische Eskalation das Risiko neuer Unterbrechungen.
Die geopolitischen Spannungen wirken inzwischen auch spürbar auf den Heizölmarkt. Die Gasölnotierungen, die als wichtigste Grundlage für die Heizölpreisbildung in Europa gelten, haben deutlich angezogen und notieren aktuell bei rund 1.439 US-Dollar je Tonne. Damit wird die zunehmende Risikoprämie auch für deutsche Heizölkunden unmittelbar sichtbar.
Für Verbraucher kommt die Entwicklung zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Mit dem Beginn der Heizsaison steigt üblicherweise die Nachfrage nach Heizöl. Solange die Lage rund um die Straße von Hormus angespannt bleibt, müssen Heizölkunden mit anhaltend hohen Preisschwankungen rechnen. Der aktuelle Trend zeigt kurzfristig klar nach oben.
| Bereich | Schlusskurs 31.08.2026 |
Schlusskurs 01.09.2026 |
Startkurs heute 02.09.2026 |
Veränderung zum Vortag |
Tendenz 02.09.2026 |
|---|---|---|---|---|---|
| Heizölpreis (Euro/100L) 3.000 L. Standardqualität |
147,07 | 152,00 | 156,05 | 2,7 % | ![]() |
| Rohölsorte Brent (US-Dollar/Barrel) |
90,24 | 92,56 | 95,30 | 3,0 % | ![]() |
| Wechselkurs (Euro/US-Dollar) |
1,1616 | 1,1591 | 1,1576 | -0,1 % | ![]() |
